Basiswissen
"Alles über Hebelzertifikate"
"Hohe
Gewinnmöglichkeiten mit Hebelzertifikaten
auf den DAX bzw. DAX-Aktien"
(Stefan Böhm, Chef-Redakteur DaxVestor)
Wie funktionieren
Turbozertifikate?
Der Wert
eines Turbozertifikates kann unter Berücksichtigung
des Bezugsverhältnisses als Differenz
zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes
und dem Basispreis berechnet werden. Notiert
die Aktie der Muster AG beispielsweise bei
11,00 Euro, während der Turbo-Bull einen
Basispreis von 10,00 Euro hat, so beträgt
der innere Wert eines Turbo-Bull-Scheines
auf die Aktie der Muster AG bei einem Bezugsverhältnis
von 0,1 also 1,00 Euro. Zu diesem inneren
Wert des Turbozertifikates muss ein Aufgeld
addiert werden. Bis zum Laufzeitende wird
dieses Aufgeld vollständig abgebaut.
Das Aufgeld lässt sich vereinfacht als
die
Finanzierungskosten erklären, die dem
Emittenten durch die Vergabe eines Kredites
an den Anleger entstehen. Dies zeigt
das Beispiel für einen Turbo-Bull-Schein:
Die Aktie der Muster AG steht bei 10,00 Euro.
Sie rechnen mit einem Kursanstieg,
wollen aber nur 3,00 Euro pro Aktie investieren
und trotzdem den vollen Kursgewinn vereinnahmen.
Mit dem Kauf eines
Turbo-Bulls ist dies möglich, allerdings
nur, weil der Emittent indirekt einen Kredit
über 7,00 Euro gewährt. Für
diese 7,00 Euro berechnet der Emittent Zinsen.
Bei einer Laufzeit von einem halben Jahr und
einem Zinssatz von vier Prozent betragen die
Finanzierungskosten 0,140 Euro.
Zur Ermittlungdes Aufgeldes müssen nun
noch mögliche Dividendenzahlungen der
Muster AG, die dem Anleger gutgeschrieben
werden, abgezogen werden. Anders ist dies
bei Turbo-Bear-Scheinen, bei denen es kein
Aufgeld, sondern ein Abgeld gibt. Kauft man
einen Turbo-Bear-Schein auf die Aktie der
Muster AG, wird der Emittent die Aktie zum
aktuellen Kurs, beispielsweise 8,00 Euro,
leihen und zugleich an der Börse zu 80
Euro verkaufen. Der Preis des Turbo-Bear-Scheines
wird dann durch den inneren Wert, also bei
einem Basispreis von 10,00 Euro 2,00 Euro,
abzüglich eines Korrekturfaktors ermittelt.
Dieser Korrekturfaktor besteht aus den entgangenen
Zinseinnahmen, reduziert um die Leihekosten
und erwarteten Dividenden, die dem Anleger
in Rechnung gestellt werden.
Da die entgangenen Zinseinnahmen in der Regel
nicht höher als die Leihekosten und Dividenden
sind, entsteht ein Abgeld. Der Hebel eines
Turbozertifikates drückt aus, dass der
Wert eines Turbozertifikates absolut annähernd
genauso stark, prozentual damit deutlich stärker
auf eine Kursbewegung des jeweiligen Basiswertes
reagiert. Zur Berechnung teilt man den Kurs
des Basiswertes (unter Berücksichtigung
des Bezugsverhältnisses) durch den Preis
des Turbozertifikates. Der Hebel bleibt für
den Anleger vom Zeitpunkt des Kaufes bis zur
Veräußerung konstant. Ein Hebel
von vier besagt, dass Sie mit dem Turbo absolut
annähernd die gleiche Wertsteigerung
erzielen werden wie mit dem Basiswert selbst,
obwohl Sie nur ein Viertel des Kapitals eingesetzt
haben. Aber auch wenn der Markt gegen Sie
läuft, reagiert der Turbozertifikat nahezu
1:1 mit dem Basiswert. Bei einem Hebel von
zehn verringert sich der Wert des Turbozertifikates
um zehn Prozent, wenn der Basiswert um ein
Prozent fällt. Die rechtzeitige Begrenzung
von Verlusten ist daher sehr wichtig.
Turbozertifikate bilden die wertmäßige
Veränderung des Basiswertes (also einer
Aktie oder eines Index) nahezu 1:1 ab. Turbo
Bulls gewinnen somit nahezu 1:1 mit der Aktie,
verlieren allerdings auch nahezu 1:1 mit ihr.
Das gilt in ähnlicher Weise nur bei Optionsscheinen,
die weit im Geld sind. Optionsscheine am oder
aus dem Geld reagieren dagegen auf Änderungen
des Basiswertes absolut gesehen in geringerem
Maße. also z.B. im Verhältnis 1:0,5.
Ein weiterer Unterschied zu herkömmlichen
Optionsscheinen ist die Tatsache, dass Turbos
bereits während ihrer Laufzeit wertlos
verfallen können. Am Laufzeitende erhält
der Inhaber des Turbozertifikates eine Gutschrift
des am Bewertungstag festgestellten inneren
Wertes des Turbozertifikats.
Quelle: www.dax-vestor.de