Basiswissen Fremdwährungskredite/Fremdwährungsfinanzierung
"Alles
Wissenswerte über Fremdwährungskredite
in einem hochwertigen PDF-Buch"
(Dr. Detlef Rettinger, Chef-Redakteur Devisen-Trader)
Fremdwährungskredit
- eine sichere Finanzierung?
Der
Fremdwährungskredit erfüllt nicht
das Bedürfnis nach einer sicheren Finanzierung.
Wer einen Fremdwährungskredit aufnimmt,
muss damit rechnen, dass die Zinszahlungen
stark schwanken können und auch der Tilgungsbetrag
deutlich höher ausfallen kann als erwartet.
Wer solche unvorhergesehenen Belastungen nicht
verkraften kann, für den eignet sich
ein Fremdwährungskredit nicht.
Schon gar nicht sollte jemand die Aufnahme
eines Fremdwährungskredits in Erwägung
ziehen, weil er sich die höhere Zinsbelastung
eines Eurokredits nicht leisten kann. Wer
so knapp kalkuliert, für den kann das
höhere Risiko bei einem Fremdwährungskredit
rasch zu einem bösen Erwachen führen.
Genau diese Möglichkeit prangern auch
die Kritiker von Fremdwährungskrediten
an, denn falsche Beratung oder falsche Erwartungen
können den Eindruck erwecken, dass die
geringere Zinsbelastung zum “Nulltarif”, also
ohne höheres Risiko zu haben ist. Der
knapp kalkulierende, wenig risikobereite Häuslebauer
sollte also von Fremdwährungskrediten
die Finger lassen, denn diese Form der Kreditaufnahme
entspricht nicht dem Bedürfnis nach einer
sicheren Finanzierung.
Tilgungsrisiko
Neben
dem Wechselkurs- und dem Zinsänderungsrisiko
gibt es aber auch noch das Tilgungsrisiko.
Wird zur Tilgung des Fremdwährungskredits
in einen Tilgungsträger wie z.B. Fondsanteile
investiert, dann kann sich am Ende der Laufzeit
zeigen, dass das Sparprodukt nicht den erwarteten
Ertrag abgeworfen hat.
Denn: Die Erträge sind in der Regel nicht
garantiert und können auch hinter den
Erwartungen zurückbleiben – in welchem
Ausmaß das geschehen kann, hängt
von der Sparform selbst und ihrer Risikostruktur
ab. Der angesparte Betrag reicht also eventuell
zur Tilgung des Kredits nicht aus, es entsteht
eine Finanzierungslücke. Diese Finanzierungslücke
kann sich natürlich auch bei einer ungünstigen
Wechselkursentwicklung ergeben:
Der erforderliche Rückzahlungsbetrag
kann höher als erwartet sein! Begegnen
kann man dem Tilgungsrisiko, indem man einenhöheren
Betrag anspart, als man für die Tilgung
des Kredits aller Voraussicht nach eigentlich
benötigt. Dadurch schafft man sich einen
“Sicherheitspuffer” – das zuviel angesparte
Geld ist schließlich nicht verloren.
Risiko
Zwangsumwandlung
Wer
einen Fremdwährungskredit aufnimmt, der
sollte sich auch ein normales Darlehen in
Euro ohne Probleme leisten können. Ein
hohes regelmäßiges Einkommen sowie
vorhandene Vermögenswerte schaffen ein
Sicherheitspolster. Zudem sollte ein gewisses
Risikobewusstsein vorhanden sein, das z.B.
aus Erfahrungen mit anderen Spekulationsformen
resultiert.
Eine negative Kursentwicklung muss finanziell
verkraftet werden können. Aus Gründen
der Risikostreuung ist es zudem am besten,
nur einen Teil der Finanzierung in Fremdwährungskrediten
vorzunehmen.
Beoabachtung:
Devisenmarkt
Ständige
Beobachtung des Devisenmarktes nötig
Der Vorteil eines Fremdwährungskredits
besteht maßgeblich darin, während
der Laufzeit des Kredits möglichst jederzeit
den auf Yen oder Franken lautenden Kredit
in Euro umtauschen zu können. Dadurch
kann von einer günstigen Wechselkursentwicklung
profitiert werden. Seltener wird es vorkommen,
dass mit der Konvertierung in Euro bis zum
Laufzeitende gewartet wird, denn darauf zu
setzen, dass man am Ende der Laufzeit einen
günstigen Umrechnungskurs bekommt, würde
einem Lotteriespiel gleichen.
Das bedeutet aber mit anderen Worten: Der
Kreditnehmer muss selbst entscheiden, wann
er eine Konvertierung vornimmt. Um eine solche
Entscheidung treffen zu können, ist jedoch
eine ständige Beobachtung des Devisenmarktes
sowie eine Meinungsbildung über die weitere
Wechselkursentwicklung vonnöten. Das
kostet Zeit, die nicht jeder aufbringen kann
oder will.
Aktive
Devisenschuldverwalter: Das Pro und Contra
Auch aktive
Devisenschuldverwalter bieten ihre Dienste
an. Sie übernehmen die Nachbetreuung
bei Fremdwährungskrediten und auch die
Entscheidung über den Zeitpunkt von Konvertierungen.
Falls Sie einen solchen Dienst in Anspruch
nehmen wollen, sollten Sie sich von der Qualität
des einzelnen Devisenschuldverwalters überzeugen.
Abgesehen davon lässt sich jedoch Folgendes
sagen:
Da sich der Devisenschuldverwalter mit bis
zu 25 Prozent an den Zins- und Kursgewinnen
beteiligt, nicht aber an möglichen Verlusten,
ist dies ein fragwürdiges Geschäft.
Natürlich hat der Devisenschuldverwalter
aufgrund der Erfolgsbeteiligung ein Interesse
an einer möglichst hohen Performance,
geht das Ganze aber daneben, bleibt der Kreditnehmer
alleine auf den Verlusten sitzen. Da er kein
Verlustrisiko trägt, wird der Devisenschuldverwalter
daher im Zweifel risikobereiter agieren als
es der Kreditnehmer selbst tun würde.
Quelle: www.devisen-trader.de