Basiswissen
"Alles über Aktien"
"Alles
Wissenswerte über Aktien in einem hochwertigen
PDF-Buch"
(Stefan Böhm, Chef-Redakteur DaxVestor)
Wie funktioniert
die Preisbildung bei Aktien?
Bei Aktien
gilt zuerst einmal das Auktionatorprinzip.
Wird bei einer Bank eine Order abgegeben,
so leitet diese sie an einen Makler oder ein
elektronisches Handelssystem (Xetra) weiter.
Der Makler ermittelt nun den Kurs, zu dem
der Auftrag ausgeführt wird, indem er
in einem Orderbuch Kauf- und Verkaufsaufträge
gegenüber stellt. Dabei prüft er,
bei welchem Kurs der höchste Umsatz zustande
kommt. Der Makler muss dabei natürlich
die angegebenen Limits beachten.
Der Börsenmakler kann allerdings auch
selbst zum Kontrahenten werden und Kauforders
mit Aktien aus dem eigenen Bestand bedienen
oder bei Verkaufsorders Aktien in den eigenen
Bestand aufnehmen. Durch diesen Kauf oder
Verkauf auf eigene Rechnung wird der Makler
zum Market Maker. Market Maker garantieren
die fortwährende Handelbarkeit von Wertpapieren
und stellen so die Marktliquidität und
Funktionsfähigkeit einer Börse sicher.
Durch ihre ständige Bereitschaft im Handel
als Gegenpartei zu fungieren, kompensieren
Market Maker den asynchronen Orderfluss der
Investoren und stabilisieren kurzfristige
Marktungleichgewichte. Market Maker werden
vor allem bei umsatzschwachen Wertpapieren
eingesetzt.
Wie funktioniert die
Preisbildung bei Derivaten wie Optionsscheinen
und Hebelzertifikaten?
Gänzlich anders als bei Aktien funktioniert
die Preisbildung jedoch z.B. bei Optionsscheinen:
Hier sind es die Emittenten der betreffenden
Papiere, die jederzeit als Kontrahenten zur
Verfügung stehen müssen. Die Preisbildung
erfolgt dabei nicht nach Angebot und Nachfrage,
sondern ergibt sich aus den optionspreistheoretischen
Modellen. Liquidität ist also immer gegeben
und entsprechend spielen die Umsätze
für die Handelbarkeit eines Optionsscheins
keine Rolle. Da der Preis immer vom Emittenten
bestimmt wird, garantieren im Übrigen
hohe Umsätze keine fairere Preisbildung.
Diese Aussagen gelten auch für andere
Derivate wie z.B. Hebelzertifikate (Knock-outs).
Wie funktioniert eine
Kapitalerhöhung?
Die Ausgabe von Aktien dient der Unternehmensfinanzierung.
Stehen neue Investitionsobjekte an, deren
Finanzierung durch den Cash-Flow oder durch
Bankkredit, Anleihen u.ä. nicht bewältigt
werden kann, so wird ein Unternehmen durch
eine Kapitalerhöhung diesen Finanzbedarf
abdecken. Voraussetzung für eine Kapitalerhöhung
ist das Vorhandensein eines genehmigten Kapitals.
Dieses wird durch die Hauptversammlung geschaffen,
bedarf also der Zustimmung der Aktionäre.
Bei einer Kapitalerhöhung wird der Ausgabepreis
der neuen Aktien in der Regel über dem
Nennwert bzw. dem rechnerischen Wert liegen.
Dieses sogenannte Agio fließt in die
Kapitalrücklagen. Da sich durch eine
Kapitalerhöhung der Aktienkurs vermindert
- der Unternehmenswert teilt sich nun auf
mehr Aktien auf - muss den Altaktionären
ein Bezugsrecht eingeräumt werden. Nur
in besonderen Ausnahmefällen sieht der
Gesetzgeber einen Ausschluss des Bezugsrechts
vor.
Der Wert des Bezugsrechts ist abhängig
von den Bedingungen der Kapitalerhöhung.
Das Bezugsrecht wird in der Regel zwei Wochen
lang an der Börse gehandelt, um allen
Aktionären die Möglichkeit einzuräumen,
das Bezugsrecht auszunutzen, zu verkaufen,
oder durch teilweisen Kauf/Verkauf von Bezugsrechten
entsprechend dem finanziellen Rahmen an der
Kapitalerhöhung zu partizipieren.
Wann ist eine Aktie billig?
Eine Aktie ist dann billig, wenn ihr Kurs
unter ihrem "wahren inneren Wert"
liegt. Der wahre innere Wert ist jedoch nur
eine fiktive Größe, die sich nicht
exakt ermitteln lässt. Modelltheoretisch
ist es zutreffend, sämtliche zufließenden
Einzahlungen, die in Zukunft aus dem Aktienbesitz
resultieren, auf die Gegenwart abzuzinsen.
Die Summe aller dieser diskontierten Einzahlungen
ergibt dann den inneren Wert der Aktie. Nur
bei vollkommener Information, also bei perfekter
Kenntnis der zukünftigen Ereignisse,
wäre man jedoch in der Lage, diesen inneren
Wert zu berechnen und ihn mit dem Börsenkurs
zu vergleichen. Liegt der ermittelte innere
Wert über dem Börsenkurs, so ist
es längerfristig lohnend, die Aktie zu
kaufen.
Aktienanalysten versuchen mithilfe theoretischer
Modelle den inneren Wert einer Aktie zu ermitteln
und entsprechend Kauf- oder Verkaufsempfehlungen
auszusprechen. Leider scheitern sie bei diesem
Unterfangen allzu oft an der Nicht-Vorhersehbarkeit
der Zukunft, weshalb Kauf- und Verkaufsempfehlungen
für Aktien immer mit Vorsicht zu genießen
sind.
Quelle: www.dax-vestor.de